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Traditionen in der Schweiz

Aktualisiert am 05.04.2022

Über amüsante, reizende bis hin zu brutalen Traditionen – die Schweiz hat eine Vielfalt an Traditionen und Brauchtümern zu bieten. Praktiziert werden heute noch rund 200 verschiedene. Gerne stellen wir Ihnen hier vier der bekanntesten lebendigen Schweizer Traditionen vor.

Jodeln

Als Jodeln bezeichnet man einen Gesang ohne Text auf Lautsilben mit dem Umschlagen zwischen Brust- und Falsettstimme, auch bekannt als „Registerwechsel“. Jodeln ist nicht nur in der Schweiz verbreitet, sondern weltweit. Es gilt als eine Kommunikationsform, um sich von Alp zu Alp und von Hügel zu Hügel zu verständigen. Ausserdem dient es dazu, Kühe einzutreiben. Seit wann diese Art Alpenmusik praktiziert wird, ist unklar. Man geht jedoch davon aus, dass bereits in der Steinzeit gejodelt wurde.

Beim Jodeln unterscheidet man zwischen zwei Arten: dem gesungenen Jodeln und dem geschlagenen Jodeln. Der Unterschied ist, dass das geschlagene Jodeln kunstvoller tönt, da es im Gegensatz zum gesungenen Jodeln mit Brust- und Falsettstimme gesungen wird und ein Stück deutlich länger dauern kann.

Da Jodeln zu einen der wichtigsten Traditionen der Schweiz gehört, finden im Rahmen der Eidgenössischen Jodlerfeste sogar Wettbewerbe statt. Bei dieser Veranstaltung treten hunderte Jodlerinnen und Jodler vor einer Jury gegeneinander an. Bei der Bewertung spielen Tongebung, Dynamik, Aussprache, Rhythmik, instrumentale Begleitung sowie der Gesamteindruck eine grosse Rolle.

Schwingen

Eine weitere sehr bekannte Schweizer Tradition ist das Schwingen. Schwingen ist ein Zweikampf im Sägemehl mit dem Ziel, den Gegner durch Schwünge und Beinarbeit zu Boden zu bringen. Bei diesem Kampf messen sich die besten Schwinger, auch bekannt als „die Bösen“, an verschiedenen Schwingfesten.

Während dem Kampf fassen sich die Teilnehmenden an einer kurzen, robusten Überhose mit Ledergurt und dürfen diese bis zum Entscheid nicht loslassen. Der Kampf wird mit einem Handschlag begonnen und beendet. Als Verlierer gilt derjenige, der mit den Schulterblättern oder dem Rücken den Boden berührt, bzw. „flach liegt“. Zum Schluss muss der Sieger dem Verlierer das Sägemehl vom Rücken putzen. Ein Kampf dauert etwa 5 Minuten und wird von einem Platzkampfrichter auf dem Sägemehl sowie zwei Kampfrichtern am Rand geleitet und bewertet.

Um abwechslungsreich zu Schwingen, trainieren die Teilnehmenden verschiedene Schwünge und Kombinationen. Ursprünglich waren nur wenige Schwünge bekannt, heute sind schon etwa 100 Schwünge im Schwinglehrbuch festgehalten. Die Hauptschwünge heissen Brienzer, Hüfter, Bur, Kurz und Übersprung.

Die Veranstaltungen erlebten in den letzten Jahren einen grossen Aufschwung. Der Eidgenössische Schwingerverband zählte 2017 über 60’000 Mitglieder. Das Eidgenössische Schwing- und Älplerfest findet alle drei Jahre statt und hatte 2019 in Zug hatte mit 420‘000 Besucherinnen und Besuchern so viel Publikum wie noch nie.

Alphornblasen

Das 3.5 Meter lange Alphorn war lange ein Werkzeug der Hirten und diente der Kommunikation zwischen Mensch und Tier. So wurden die Kühe zur Melkzeit mit dem Alphorn von der Weide zum Stall gerufen. Auch diente es dazu, die Kühe zu motivieren oder beruhigen. Im Laufe der Jahre veränderte sich sein Gebrauch jedoch und es wurde vermehrt als Musikinstrument verwendet. Die Besonderheit am Alphorn ist, dass es trotz dieser Veränderungen bis heute seine ursprüngliche Form beibehalten hat.

Der Schweizer Jodlerverband zählt heute 1‘800 Mitglieder. Es wird vor allem bei grossen Veranstaltungen, wie zum Beispiel am Eidgenössischen Jodlerfest, an den Umzügen der Schweizerischen Trachtenvereinigung und am internationalen Alphornfestival, eingesetzt.

Fahnenschwingen

Das Fahnenschwingen ist eine der ältesten Nationalsportarten der Schweiz. Wie das Schwingen oder Jodeln ist es Teil des Brauchtums an traditionellen Volksfesten. Zudem treten die Fahnenschwingenden an diversen Veranstaltungen mit dreiminütigen „Kampfübungen“ gegeneinander an.

Die Sportart mag zwar einfach aussehen, doch diese scheinbare Leichtigkeit täuscht. Es erfordert viel Technik, Kraft und Präzision, um die 99 verschiedenen Schwünge rechtzeitig und korrekt auszuführen. Zu den bekanntesten Schwüngen zählen Leib-, Teller- und Hochschwünge. Eine weitere Schwierigkeit ist, dass alle Varianten sowohl mit der rechten als auch mit der linken Hand beherrscht werden müssen.

 

Welche Schweizer Tradition fasziniert Sie am meisten?

Evgeniy Timoshenko

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